Autor Thema: An Daphne  (Gelesen 2552 mal)

gummibaum

An Daphne
« am: Februar 08, 2014, 23:06:21 »
Ein Lorbeerzweig, von deiner Hand
gerissen, kränzt mein Haupt,
seit ich dich suchend nicht mehr fand
im Rindenkleid, belaubt.

Von kaltem Holz dein Körper jetzt,
verästelt das Gesicht,
die Zehen bloß im Stein, zersetzt
zu Fäden, fern von Licht.

Und doch, es war wohl gut für dich,
in dieses Sein zu fliehn,
und draußen, frei und ohne mich,
im Frühling weiß zu blühn…
« Letzte Änderung: Februar 09, 2014, 10:32:26 von gummibaum »

Erich Kykal

Re:An Daphne
« Antwort #1 am: Februar 08, 2014, 23:48:22 »
Hi, Gum!

Schön das, vor allem die 3. Strophe ist gelungen!

In S1 ist die Phrase "von deiner Hand gerissen" missverständlich: Heißt das nun, dass der Lorbberzweig von der noch lebendigen Frau (ab)gerissen wurde, oder dass das LyrIch den Zweig unwissentlich von der Baumhand der schon verwandelten Frau riss? Auch die Wortwahl wirkt brutal: "gerissen" - da gäbe es doch schönere Begriffe. "gebrochen", das wirkt nicht ganz so gewalttätig.
Oder soll die Phrase bedeuten, dass der Lorbeer der Frau aus der Hand gerissen wurde, als sie noch Mensch war?
Wer in Mythologie eher unbeleckt ist (so wie ich), wird es sich nicht zusammenreimen können.

S2Z1 - Meines Erachtens gehört kein Komma nach "Holz", auch das Komma nach "bloß" in Z3 erscheint mir überflüssig.

Sehr gern gelesen!

LG, eKy
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.

gummibaum

Re:An Daphne
« Antwort #2 am: Februar 09, 2014, 10:30:34 »
Hallo Erich,

danke für das Lob besonders der dritten Strophe. Kommatar habe ich gleich gelöscht. Das "gerissen" ist vielleicht nachvollziehbar, wenn du diesem link nachgehst: Giovanni Battista Tiepolo 006.jpg. Ich kannte das Gemälde nicht.

Da schaut Apoll verzweifelt auf Daphnes Hand und ich kann mir nicht vorstellen, dass er im nächsten Moment, als sie ganz in Holz und Blätter übergeht, den Zweig heiter abbricht.


Alles Liebe von

gummibaum
« Letzte Änderung: Februar 09, 2014, 11:02:02 von gummibaum »

Erich Kykal

Re:An Daphne
« Antwort #3 am: Februar 09, 2014, 13:06:16 »
Ach so, das ist wieder eine Bildbeschreibung. Leider weist nichts daran den Leser darauf hin, was ich schade finde. Su solltest den Link gleich unter dem Gedicht einfügen und irgendwie mit einem gemeinsamen Über- oder Untertitel darauf hinweisen, dass das Werk in die Reihe deiner Bildbeschreibungen gehört.
Ich zB habe meine Bildgedichte alle in einen einzigen Faden mit entsprechender Überschrift geschrieben, aber es geht natürlich auch anders. Der Leser sollte jedenfalls wissen, worum es geht.

LG, eKy
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.

gummibaum

Re:An Daphne
« Antwort #4 am: Februar 09, 2014, 13:11:45 »
Keine Bildbeschreibung! (s.o.: Ich kannte das Gemälde nicht.) Ich habe nachträglich für dich ein Bild gesucht, um dir meine Vorstellung näher zu bringen.

Liebe Grüße
gummibaum
« Letzte Änderung: Februar 09, 2014, 13:13:39 von gummibaum »

Erich Kykal

Re:An Daphne
« Antwort #5 am: Februar 09, 2014, 13:21:53 »
Übrigens, dein Link linkt nicht. Da muss was falsch gelaufen sein. Kannst du linken? Falls nicht, hier die Anleitung:

Wenn du auf der zu verlinkenden Seite bist, geh mit dem Cursor auf die Webadesse ganz oben in der Menuleiste (da wo "www." usw. steht). Klicke einmal mit der rechten Maustaste. Ein blauer Balken markiert die Adresse, und ein Funktionsfeld erscheint. Klicke mit der linken Maustaste "Kopieren" an, dann gehe auf die Seite, wo du den Link setzen willst. Platziere den Cursor dort, wo der Link stehen soll und drücke erneut die rechte Maustaste. Das Funktionsfeld erscheint wieder. Klicke dort "Einfügen" an - und fertig.

LG, eKy

Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.

gummibaum


wolfmozart

Re:An Daphne
« Antwort #7 am: Februar 09, 2014, 14:20:54 »
Hallo gummibaum,

also abseits des mythologischen Hintergrundes seh ich dieses Gedicht als poetisch sehr gelungen. Sprache, Reim, Takt: Da paßt alles.

Liebe Grüße

wolfmozart

Erich Kykal

Re:An Daphne
« Antwort #8 am: Februar 09, 2014, 14:27:51 »
Hi, Gum!

Hat funktioniert! Jetzt kannst du all deine Bildergedichte direkt mit dem dazugehörigen Bild verlinken.

LG, eKy
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.

Daisy

Re:An Daphne
« Antwort #9 am: Februar 10, 2014, 14:21:35 »
Lieber Gummibaum,

das Bild, das du mit ganz wunderbaren Versen vor meine Augen zauberst, übertrifft bei Weitem das verlinkte Gemälde!
Für mich ist jede Strophe ein "Gedicht" und das Gesamtwerk ist beeindruckend und sehr berührend.

Mit großer Begeisterung immer und immer wieder gelesen!

Lieben Gruß von
Daisy

cyparis

Re:An Daphne
« Antwort #10 am: Februar 13, 2014, 20:36:47 »
Wundervoll, lieber gummibaum,

wie Du die antike Sage in Verse gehüllt und mit unnachahmlicher Meisterschaft doppelsinnig gefüllt hast!
Ein Hochgenuß (kommt in meine Sammlung).


Dank und Gruß
von
Cyparis
Der Schönheit treu ergeben
(Lady Anne von Camster & Glencairn)
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