Hallo Erich,
dein Gedicht hinterlässt bei mir einen tiefen Eindruck, denn wie immer klasse geschrieben und die Bestätigung für Deine Gedanken findet sich auch in meinem Leben.
So habe ich mir oft Gedanken gemacht, weshalb ehemalige Wegbegleiter mit mir gebrochen haben, obwohl es keinen Grund für eine totale Distanzierung gab.
Gerade Menschen, denen ich behilflich sein durfte in ihrer schwächsten Lebensphase, haben alle Verbindungen zu mir abgebrochen.
Es fiel nie ein böses Wort, keinen Streit. Keinen Verrat oder ähnliches. Ihr Verhalten ist wohl ein Selbstschutz. Sie haben sich damals mir gegenüber ganz geöffnet, denn sie suchten Halt bei mir. Nun haben sie diese schwere Phase überwunden und wollen diese Vergangenheit hinter sich lassen. Somit brechen sie alle Verbindungen ab. Auch zu jenen Menschen die damals eine große Stütze waren. Vielleicht aus Scham. Vielleicht auch um Erinnerungen aus den Weg zu gehen. Sobald sie mich sehen werden sie wohl wieder mit dieser Zeit konfrontiert. Sie bauen sich einen neuen Freundeskreis. Das gehört wohl auch zum Neuanfang.
Ein neuer Frühling verlangt nach neuen Kleidern.
Erst war ich menschlich enttäuscht. Falls ich jedoch mit meiner Annahme richtig liege, dann habe ich auch Verständnis dafür.
In der Nacht sind wir einander Begleiter. Es fällt der Vorhang der Eitelkeiten. Am Tag schämen wir uns für dieses " sich öffnen," fürs Demaskieren. Wir schämen uns unserer Schwachheit.
Ich glaube damit die Kernaussage deines Gedichtes erkannt zu haben. Oder ?
Danke für diese Zeilen. LG. Copper